Die Pille

21/11/2016
V I D E O | F U N K   Wer die Antibabypille nimmt, kann davon sehr krank werden. Denn jeder Körper reagiert anders auf die zugeführten Hormone. Doch viele Gynäkologen verschweigen die Risiken der Pille. Für Jäger & Sammler (ein investigatives Magazin des jungen Angebots von ARD und ZDF) war ich mit der YouTuberin Suzie Grime und versteckter Kamera beim Frauenarzt. Was wir dabei erlebt haben, hat uns schockiert Mindestens irritiert.

Nach dem Zufallsprinzip haben wir Termine bei drei Gynäkologen in Berlin vereinbart. Suzie will sich die Pille verschreiben lassen, ich bin als ihr Partner mit versteckter Kamera dabei.

Während sich der erste Arzt noch relativ viel Zeit für die Beratung nimmt, über Vor- und Nachteile sowie Risiken der einzelnen Pillen spricht, sind die Gespräche bei den beiden anderen Ärzten viel zu kurz (9 und 3 Minuten). Schlimm: keiner der beiden fragt Suzie nach Thrombose-Vorerkrankungen in ihrer Familie oder ob sie Raucherin sei. Zwei Dinge, die laut der Checkliste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Verschreibung der Antibabypille dringend abgefragt werden müssen. In unserem Mini-Test haben also zwei von drei Ärzten überhaupt nicht auf die Risiken durch die Einnahme der Pille hingewiesen. Als wir einen der Ärzte mit diesem Ergebnis konfrontieren, kommt es zu folgendem Dialog (sinngemäß):

Suzie: “Also würden Sie jetzt schon sagen, dass Sie mich guten Gewissens beraten haben, auch wenn wir jetzt den ganzen Teil mit der Thrombose-Vergangenheit meiner Familie und dem Rauchen und all diesen Dingen eigentlich gar nicht besprochen haben?”

Arzt: “Ich denke, dass die Frauen auch soweit aufgeklärt sind, dass Sie selber fragen stellen können, ob es gut für sie ist. Man kann ja auch von den Patienten etwa erwarten.

Suzie: ”Ok, das heißt, es liegt in meiner Verantwortung zu fragen , ob Rauchen ein Problem wäre.”

Arzt: ”Es liegt sowieso in ihrer Verantwortung, wenn Sie sich für so ein System entscheiden.”

Suzie Grime

Die Antibabypille ist bei Frauen immer noch die mit Abstand wichtigste Verhütungsmethode. Mehr als 7 Millionen Frauen verhüten in Deutschland mit der Pille. Unter den 14- bis 17-Jährigen wird sie sogar von 79 Prozent genutzt. Vielen ist dabei nicht bewusst, welche langfristigen und tiefgreifenden Nebenwirkungen die eingenommenen Hormone auf den Körper haben können. Pillen der 3. und 4. Generation wird nachgesagt, dass sie das Risiko auf Venenthrombosen erhöhen. Nach Informationen des BfArM sind in den letzten Jahren 38 Frauen an den Folgen einer durch die Pille verursachten venösen Thromboemboli gestorben.